LinkedIn meistern
Alles, was du über LinkedIn wissen musst. Vom Algorithmus über Post-Aufbau bis zur Konversion. Ein umfassender Guide für B2B-Unternehmer.
Eine LinkedIn-DM vor dem Senden prüfen
Eine Direktnachricht erreicht eine konkrete Person in einem nicht öffentlichen Raum. Das macht sie nicht automatisch persönlich, erwünscht oder zulässig. In dieser Aufgabe prüfst du genau eine geplante Nachricht. Du entscheidest zuerst, ob du sie senden solltest, und formulierst erst danach den Text.
LinkedIn untersagt in seinen Community-Richtlinien ungezielte, irrelevante, offensichtlich unerwünschte, unautorisierte oder repetitiv werbliche Nachrichten. Auch Einladungen dürfen nicht für Spam genutzt werden: LinkedIn Professional Community Policies. Die Nutzungsbedingungen verlangen professionelles Verhalten, die Einhaltung anwendbarer Gesetze und verbieten nicht autorisierte Automatisierung für Nachrichten und Kontakte: LinkedIn User Agreement.
1. Anlass in einem Satz festhalten
Schreibe auf, warum diese Person diese Nachricht jetzt erhalten soll. Ein tragfähiger Anlass ist konkret und wahr, zum Beispiel eine ausdrücklich gewünschte Unterlage, eine offene Frage aus einem Gespräch, eine vereinbarte Fortsetzung oder ein fachlicher Bezug, zu dem du zunächst um Erlaubnis für einen Austausch bittest.
Nicht ausreichend sind:
- Die Person entspricht einem Zielkundenprofil.
- Sie hat dein Profil angesehen.
- Sie hat einen Beitrag gelikt oder folgt dir.
- Ihr seid neu vernetzt.
- Dein Team muss seine Kontaktziele erfüllen.
Solche Plattformhandlungen können viele Gründe haben und sind keine pauschale Zustimmung zu Werbung.
2. Beziehung und Erwartbarkeit prüfen
Ordne den Beziehungskontext ein: bestehendes Gespräch, Kundenbeziehung, persönliche Bekanntschaft, gemeinsame Veranstaltung, öffentliche Interaktion oder kein vorheriger Kontakt. Notiere, was die Person vernünftigerweise erwarten kann.
Frage bei einem Wechsel vom öffentlichen Kommentar in die DM, ob der private Austausch gewünscht ist, besonders wenn sensible, geschäftliche oder personenbezogene Details berührt sind. Nutze keine künstliche Vertrautheit und behaupte keine Beziehung, die nicht besteht.
3. Datenquelle und Datenschutz klären
Liste alle Angaben auf, die du für Auswahl und Text genutzt hast: Profilinformation, öffentlicher Beitrag, CRM-Notiz, Veranstaltungsanmeldung, Empfehlung oder externe Liste. Prüfe Herkunft, Zweck, Zugriff und Aktualität. Kopiere keine unnötigen Profildetails in interne Systeme oder in die Nachricht.
Für Bearbeitungen personenbezogener Daten in der Schweiz sind die anwendbaren Grundsätze und Informationspflichten des aktuellen Datenschutzgesetzes zu prüfen: Bundesgesetz über den Datenschutz auf Fedlex. Je nach Empfänger, Markt, Inhalt und Kanal können weitere Vorschriften gelten. Lass werbliche Kontaktprozesse von der zuständigen Fachstelle prüfen; diese Lektion ist keine Rechtsberatung.
4. Nutzen und Forderung trennen
Schreibe zwei Zeilen:
Möglicher Nutzen für die Person: ... Was ich von ihr verlange: ...
Wenn der mögliche Nutzen nur dein Verkauf ist, sende die Nachricht nicht. Wenn du Zeit, Informationen, einen Termin oder eine Entscheidung verlangst, muss das klar und verhältnismässig sein. Verstecke eine Terminanfrage nicht hinter einem scheinbar unverbindlichen Kompliment.
5. Die Nachricht formulieren
Eine brauchbare Struktur ist:
- Eindeutiger, konkreter Bezug.
- Wahrer Grund für die Nachricht.
- Die relevante Information oder eine kleine, klar beantwortbare Frage.
- Eine druckfreie Ausstiegsmöglichkeit.
Beispiel nach einer ausdrücklich erbetenen Unterlage:
Guten Tag Frau Keller. Sie hatten im Gespräch nach unserer Freigabe-Checkliste gefragt. Hier ist der Link zur aktuellen Fassung. Wenn das Thema für Sie erledigt ist, müssen Sie nicht antworten; bei einer konkreten Frage helfe ich gern weiter.
Beispiel für eine Erlaubnisfrage nach einem öffentlichen Fachgespräch:
Guten Tag Herr Meier. Ihre Frage zur Quellenfreigabe im Kommentar ist öffentlich nur schwer mit den nötigen Projektdetails zu klären. Ist es für Sie passend, wenn ich Ihnen hier zwei Rückfragen dazu stelle? Ein Nein ist selbstverständlich in Ordnung.
Vermeide erfundene Gemeinsamkeiten, übertriebene Komplimente, unklare Links, Anhänge ohne Erklärung und Dringlichkeit ohne realen Grund.
6. Follow-up-Grenze vorab bestimmen
Lege vor dem Senden fest, was bei Antwort, Ablehnung und Schweigen geschieht. Ein Follow-up ist nur vertretbar, wenn Anlass, Erwartbarkeit und rechtliche Prüfung es tragen. Es darf keine automatisierte Folge von Erinnerungen entstehen, die eine ausbleibende Reaktion umgeht.
Bei einem klaren Nein, einer Abmeldung oder einer genannten Grenze stoppst du die Ansprache und dokumentierst das in dem dafür vorgesehenen System. Schweigen ist keine Zustimmung. Es ist auch keine Einladung, denselben Pitch über einen anderen Kanal fortzusetzen.
7. Manuell und verantwortlich senden
Prüfe Empfänger, Name, Unternehmen, Bezug, Linkziel und Anhänge unmittelbar vor dem Versand. Sende nicht über Scraping- oder Automatisierungstools. LinkedIn erklärt, dass Drittsoftware zum Scraping oder Automatisieren von Aktivitäten nicht erlaubt ist: Automated activity on LinkedIn.
Bestimme, wer Antworten liest, fachliche Fragen übernimmt und sensible Fälle eskaliert. Eine Nachricht ohne betreuten Rückkanal ist keine gute Einladung.
8. Ausgang knapp dokumentieren
Erfasse Versanddatum, Anlass, Datenquelle, Einwilligungs- oder Prüfstatus, Antwortkategorie, vereinbarten nächsten Schritt und Kontaktgrenze. Speichere nicht mehr Nachrichteninhalt als für den festgelegten Zweck erforderlich.
Die Aufgabe ist abgeschlossen, wenn du entweder eine konkrete, wahre, erwartbare und druckfreie Nachricht verantwortet sendest oder nachvollziehbar entscheidest, sie nicht zu senden.