LinkedIn meistern

Alles, was du über LinkedIn wissen musst. Vom Algorithmus über Post-Aufbau bis zur Konversion. Ein umfassender Guide für B2B-Unternehmer.

Bild, Grafik oder Text-only freigeben

Die Frage «Stockfoto oder eigenes Bild?» greift zu kurz. Ein visuelles Element muss eine Aufgabe im Beitrag erfüllen und darf keine Realität vortäuschen. In dieser Lektion prüfst du einen fertigen Post mit seinem vorgesehenen Bild, seiner Grafik oder bewusst ohne Bild.

Das Arbeitsergebnis

Du erstellst einen Freigabevermerk mit:

  • Kernaussage des Posts
  • Funktion des visuellen Elements
  • Beleg- oder Illustrationsstatus
  • Rechte- und Einwilligungsstatus
  • Alt-Text-Entscheid
  • Ergebnis der Darstellungsprüfung
  • Freigabe, Korrektur oder Text-only-Entscheid

Die Entscheidung basiert nicht auf einer angeblichen Reichweitenrangfolge von eigenen Fotos, Stockbildern und Textposts.

Schritt 1: Die Bildfunktion in einem Verb benennen

Vervollständige den Satz:

Das Bild zeigt / erklärt / vergleicht / belegt / orientiert / dekoriert ...

«Macht den Post attraktiver» ist zu ungenau. Prüfe, welche Information verloren geht, wenn das Bild entfernt wird.

  • Zeigt: eine Person, einen Ort, ein Objekt oder einen Ablauf.
  • Erklärt: macht einen Zusammenhang verständlicher.
  • Vergleicht: stellt Unterschiede mit denselben Kriterien dar.
  • Belegt: dokumentiert eine reale Situation oder ein Ergebnis.
  • Orientiert: hilft etwa bei Schritten oder Bereichen einer Oberfläche.
  • Dekoriert: ergänzt keine inhaltliche Information.

Wenn nur «dekoriert» übrig bleibt, vergleiche die Fassung mit Text-only. Kein Bild ist kein Mangel, sofern der Text seine Aufgabe erfüllt.

Schritt 2: Dokumentation von Illustration trennen

Ein Foto eines echten Workshops kann dokumentieren, wer oder was dort zu sehen war. Eine Stock- oder KI-Szene kann höchstens illustrieren. Sie belegt weder ein eigenes Team noch eine Kundenleistung oder ein Resultat.

Markiere das Material:

  • Dokumentation: reale Aufnahme des behaupteten Vorgangs
  • Sachgrafik: geprüfte Darstellung von Daten, Prozess oder Vergleich
  • Illustration: symbolische oder erfundene Darstellung
  • Dekoration: ohne Informationsbeitrag

Prüfe danach den Begleittext. Formulierungen wie «So arbeitet unser Team» passen nicht zu einem fremden Stockmotiv. Ein synthetisches Bild einer angeblichen Kundensituation ist auch dann kein Beleg, wenn es fotorealistisch wirkt. Kennzeichne eine Illustration sichtbar, wenn sie sonst als reale Dokumentation verstanden werden könnte.

LinkedIns live erreichbare Professional Community Policies, geprüft am 13. August 2026, untersagen irreführende Inhalte und verlangen bei synthetischen oder manipulierten Medien, die eine Person etwas nie Gesagtes oder Getanes darstellen, eine klare Offenlegung. Prüfe vor dem Upload zusätzlich die aktuellen Hinweise im verwendeten Konto; Plattformregeln und Eingabefelder können sich ändern.

Schritt 3: Rechte und Einwilligung nachweisen

«Aus dem Internet» ist keine Lizenz. Halte für jedes Bild fest:

  • Urheber oder Herkunft
  • Lizenz beziehungsweise vertragliche Nutzungsgrundlage
  • erlaubter Zweck und erlaubte Bearbeitung
  • erforderliche Namensnennung
  • Einwilligung erkennbarer Personen
  • Freigabe von Kunden, Orten, Marken oder vertraulichen Informationen
  • Ablage des Nachweises

Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum erklärt, dass der Urheberrechtsschutz mit der Schöpfung eines Werks automatisch entsteht. Eine frei erreichbare Datei ist daher nicht automatisch frei nutzbar. Für unklare oder risikoreiche Fälle brauchst du eine zuständige Fachprüfung, nicht eine Vermutung der Redaktion.

Bei Personen trennst du die Erlaubnis zur Aufnahme von der Erlaubnis zur Veröffentlichung im konkreten Kontext. Prüfe besonders Kinder, Mitarbeitende, Publikum, Gesundheitsangaben, Ausweise, Bildschirme und zufällig sichtbare Dritte. Wenn eine notwendige Einwilligung fehlt, schneide die Person nicht einfach scheinbar anonym aus, sondern wähle Material mit geklärten Rechten.

Schritt 4: Sachliche Richtigkeit prüfen

Vergrösser die Datei und kontrolliere:

  • Sind Zahlen, Achsen, Einheiten und Quellen korrekt?
  • Zeigt ein Screenshot den aktuellen und passenden Kontokontext?
  • Sind Namen, Logos und sichtbare Texte richtig geschrieben?
  • Könnten Bildausschnitt oder Beschriftung eine falsche Ursache oder Wirkung nahelegen?
  • Enthält die Datei interne Notizen, Personendaten oder vertrauliche Tabs?
  • Passt der im Text beschriebene Vorgang tatsächlich zum Bild?

Bei einer Sachgrafik prüft eine fachlich verantwortliche Person die Aussage, nicht nur das Design. Ein schönes Diagramm kann falsche Daten besonders überzeugend darstellen.

Schritt 5: Alt-Text aus dem Kontext schreiben

Entscheide zuerst, ob das Bild Information trägt. Der Alt-Entscheidungsbaum des W3C unterscheidet unter anderem informative, funktionale, komplexe und dekorative Bilder.

  • Informative Fotos erhalten eine kurze Beschreibung der relevanten Information.
  • Text im Bild, der sonst nicht vorkommt, muss als Textalternative verfügbar sein.
  • Komplexe Grafiken brauchen ihre wesentliche Aussage zusätzlich in zugänglichem Text.
  • Rein dekorative Bilder benötigen keine wiederholte Beschreibung.

Beispiel für einen sinnvollen Alt-Text:

Tabelle mit drei Freigaberollen: Fachprüfung kontrolliert Aussagen, Recht prüft Risiken, Schlussfreigabe entscheidet über Veröffentlichung.

Nicht hilfreich ist:

Bild LinkedIn Post Grafik blau schön.

Prüfe im aktuellen Uploader, ob und wie eine Textalternative erfasst werden kann. Verlasse dich nicht auf eine alte Menübeschreibung. Wenn keine geeignete Funktion verfügbar ist, stelle die notwendige Information im Begleittext bereit.

Schritt 6: Die echte Darstellung testen

Exportiere die freigegebene Datei und lade sie in den tatsächlichen Composer oder eine sichere Vorschau. Prüfe auf einem realen Mobilgerät und auf Desktop:

  • Ist die zentrale Information ohne Zoomen erkennbar?
  • Bleiben Text, Kontrast und Reihenfolge verständlich?
  • Wird etwas wichtiges abgeschnitten?
  • Passt der Ausschnitt zur Aussage des Posts?
  • Sind Alt-Text oder andere Zugänglichkeitsangaben erhalten?
  • Zeigt die veröffentlichungsnahe Vorschau die richtige Datei?

Übernimm keine festen Seitenverhältnisse oder Pixelwerte als Erfolgsregel. Der aktuelle Uploader zeigt, was technisch akzeptiert wird; der Gerätetest zeigt, ob die konkrete Darstellung verständlich ist.

Freigabeentscheid

Funktion: ... Status: Dokumentation / Sachgrafik / Illustration / Dekoration Rechte und Einwilligungen: ... Alt-Text oder Textalternative: ... Gerätetest: ... Entscheid: freigeben / korrigieren / Text-only Begründung: ...

Für synthetische Illustrationen ergänzt KI-Bilder im Content prüfen die Herkunfts- und Kennzeichnungsfragen.