Guide

LinkedIn meistern

Alles, was du über LinkedIn wissen musst. Vom Algorithmus über Post-Aufbau bis zur Konversion. Ein umfassender Guide für B2B-Unternehmer.

Warum der Hook entscheidet

Auf LinkedIn sieht man nur die ersten zwei Zeilen eines Posts. Alles dahinter versteckt sich hinter "Mehr anzeigen". Der Hook entscheidet, ob jemand klickt. Und dieser Klick entscheidet über alles, was danach kommt.

Die "Mehr anzeigen"-Psychologie

LinkedIn zeigt im Feed nur die ersten circa 210 Zeichen deines Posts. Auf dem Handy noch weniger. Alles danach wird abgeschnitten und durch den Link "Mehr anzeigen" ersetzt.

Das bedeutet: Dein gesamter Post wird nur gelesen, wenn die ersten zwei Zeilen überzeugen. Egal wie gut der Rest ist. Egal wie wertvoll die Erkenntnis am Ende. Wenn der Hook nicht sitzt, kommt niemand dort an.

Das ist nicht unfair. Das ist die Realität eines Feeds, in dem jeder Post mit hunderten anderen um Aufmerksamkeit kämpft. Dein Hook muss in Millisekunden eine einzige Frage beantworten: "Warum sollte ich weiterlesen?"

Dwell Time als Ranking-Signal

Der "Mehr anzeigen"-Klick ist nicht nur für den Leser relevant. Er ist ein Signal an den Algorithmus. LinkedIn misst die sogenannte Dwell Time: wie lange jemand bei deinem Post verweilt.

Ein Klick auf "Mehr anzeigen" bedeutet: Diese Person hat aktiv entschieden, mehr zu lesen. Das ist ein stärkeres Signal als ein Like. Es sagt LinkedIn: Dieser Content ist relevant genug, um Zeit zu investieren.

Je mehr Menschen auf "Mehr anzeigen" klicken, desto höher bewertet der Algorithmus deinen Post. Und desto mehr Menschen bekommen ihn zu sehen.

Der Hook ist also nicht nur eine Frage des Stils. Er ist ein direkter Hebel für deine Reichweite.

Die ersten zwei Zeilen als Gate

Dein Post ist ein Gebäude. Der Hook ist die Eingangstür. Wenn sie verschlossen oder uninteressant aussieht, geht niemand hinein. Egal, was drinnen wartet.

Gute Hooks schaffen eines von drei Dingen:

  1. Neugier: Der Leser will wissen, wie es weitergeht. ("Ich habe 6 Monate lang jeden Tag gepostet. Das Ergebnis hat mich überrascht.")
  2. Wiedererkennung: Der Leser erkennt sich selbst. ("Du weisst, was du zu sagen hast. Aber du postest trotzdem nicht.")
  3. Widerspruch: Der Leser ist nicht einverstanden und will wissen warum. ("Die meisten LinkedIn-Tipps sind Zeitverschwendung.")

Alle drei Mechanismen erzeugen den gleichen Impuls: Weiterlesen.

Mobile vs. Desktop

Über 70 Prozent der LinkedIn-Nutzung findet auf dem Handy statt. Das hat Konsequenzen:

  • Auf dem Handy sieht man weniger Text vor "Mehr anzeigen"
  • Die Schrift ist kleiner, die Aufmerksamkeitsspanne kürzer
  • Ein Hook, der am Desktop 3 Zeilen braucht, ist auf dem Handy zu lang

Schreibe deinen Hook für das Handy. Zwei kurze Zeilen maximal. Wenn er auf dem Handy funktioniert, funktioniert er überall.

Was einen schlechten Hook ausmacht

Zu vage: "Ich möchte heute über ein wichtiges Thema sprechen." Welches? Warum sollte ich warten?

Zu lang: Wenn der erste Satz bereits 3 Zeilen braucht, wird er vor "Mehr anzeigen" abgeschnitten. Der Leser sieht nur die Hälfte.

Zu generisch: "Content ist wichtig. Hier sind 5 Tipps." Das könnte jeder schreiben. Es gibt keinen Grund, gerade diesen Post zu lesen.

Zu reisserisch: "Dieser Trick hat mein Leben verändert!!" Click-Bait funktioniert kurzfristig, aber LinkedIn bestraft es. Und dein Publikum merkt es.

Der Hook als Teil des Ganzen

Der Hook steht nicht allein. Er ist der Einstieg in eine Struktur. Nach dem Hook kommt der Mittelteil, dann der CTA. Jeder Teil hat seine Aufgabe.

Aber ohne Hook gibt es keinen Mittelteil und keinen CTA. Deshalb verdient er die meiste Aufmerksamkeit. Profis verbringen mehr Zeit mit den ersten zwei Zeilen als mit dem Rest des Posts.

Welche konkreten Techniken funktionieren, erfährst du unter Hook-Frameworks. Wie sich Hooks je nach Format unterscheiden, unter Hook-Varianten nach Format.