LinkedIn meistern

Alles, was du über LinkedIn wissen musst. Vom Algorithmus über Post-Aufbau bis zur Konversion. Ein umfassender Guide für B2B-Unternehmer.

Hook-Varianten nach Format

Ein Text-Hook funktioniert anders als ein Karussell-Cover oder die ersten drei Sekunden eines Videos. Jedes Format hat seine eigene Hook-Mechanik. Wer das ignoriert, verschenkt Reichweite.

Text-Post: Die ersten zwei Zeilen

Beim Text-Post ist der Hook das, was vor Mehr anzeigen erscheint. Circa 210 Zeichen auf dem Desktop, weniger auf dem Handy.

Was funktioniert: - Zwei kurze, knackige Sätze - Sofortige Spannung oder Wiedererkennung - Kein Kontext, der erst erklärt werden muss

Beispiel:

Ich habe aufgehört, LinkedIn-Tipps zu folgen. Seitdem läuft es besser.

Was nicht funktioniert: - Lange erste Sätze, die mitten im Wort abgeschnitten werden - Einleitungen wie Heute möchte ich über... (verschwendet Zeichen) - Hashtags am Anfang (signalisiert Spam)

Alle Hook-Frameworks lassen sich für Text-Posts einsetzen. Die Kontrast-Technik und direkte Fragen funktionieren hier besonders gut.

Karussell: Die Cover-Slide

Bei Karussells (PDF-Dokumente) ist die erste Slide dein Hook. Sie erscheint im Feed wie ein Bild und muss zum Swipen einladen.

Was funktioniert: - Grosse, lesbare Schrift: Die Headline muss auf dem Handy ohne Zoomen lesbar sein - Eine klare Aussage oder Frage: Nicht drei Ideen auf einer Slide - Visuelle Hierarchie: Headline dominant, Untertitel kleiner, Branding dezent - Nummerierung andeuten: 7 Fehler, die deine Reichweite killen sagt dem Leser: Hier kommt eine Liste, die sich lohnt

Beispiel Cover-Slide:

Headline: Warum deine LinkedIn-Posts keiner liest Untertitel: 5 Gründe und wie du es änderst

Was nicht funktioniert: - Zu viel Text auf der Cover-Slide - Stock-Fotos ohne Bezug zum Thema - Designs, die auf dem Handy nicht lesbar sind

Die Listeneinstieg- und Before/After-Frameworks eignen sich besonders gut für Karussell-Cover.

Video: Die ersten 3 Sekunden

Bei Videos entscheiden die ersten 3 Sekunden, ob jemand weiterschaut. LinkedIn spielt Videos automatisch im Feed ab (ohne Ton), also muss der visuelle Hook sofort greifen.

Was funktioniert: - Direkt ins Thema: Keine Begrüssung, keine Einleitung. Starte mit der stärksten Aussage. - Text-Overlay im Bild: Da 80% ohne Ton schauen, muss der Hook als Text sichtbar sein - Bewegung oder Gesichtsausdruck: Statische Talking-Head-Eröffnungen werden überscrollt - Hochformat: Nimmt mehr Platz im Feed ein als Querformat

Beispiel:

[Text-Overlay] Der grösste LinkedIn-Fehler [Sprecher, direkt in Kamera] ...ist nicht, was du denkst.

Was nicht funktioniert: - Hey, ich bin Max und heute spreche ich über... (3 Sekunden weg, nichts gesagt) - Intro-Animationen oder Logo-Einblendungen - Leise Anfänge, die im Feed untergehen

Poll: Die Fragestellung

Bei Polls ist die Frage selbst der Hook. Sie muss so formuliert sein, dass der Leser sofort eine Meinung hat und abstimmen will.

Was funktioniert: - Klare, polarisierende Frage: Lieber 3 gute Posts pro Woche oder täglich posten? - Echte Entscheidung: Die Antwortmöglichkeiten müssen eine echte Wahl darstellen - Relevanz für die Zielgruppe: Die Frage muss ein Thema treffen, das Unternehmer beschäftigt

Was nicht funktioniert: - Triviale Fragen (Was ist deine Lieblingsfarbe?) - Fragen mit offensichtlicher richtiger Antwort - Zu viele Antwortoptionen (3 ist besser als 4)

Format und Hook zusammendenken

Die Wahl des Formats bestimmt, welche Hook-Techniken funktionieren. Ein Story-Einstieg passt perfekt zum Text-Post, aber schlecht zum Karussell. Ein Listeneinstieg funktioniert in beiden Formaten.

Faustregel: Erst das Format wählen, dann den Hook darauf abstimmen. Nicht umgekehrt. Wenn du einen brillanten Text-Hook hast, mach keinen Karussell daraus, nur weil Karussells mehr Reichweite haben. Der beste Hook ist der, der zum Format passt.