LinkedIn meistern
Alles, was du über LinkedIn wissen musst. Vom Algorithmus über Post-Aufbau bis zur Konversion. Ein umfassender Guide für B2B-Unternehmer.
Karussell-Folien redigieren und mobil prüfen
Diese Lektion beginnt mit einem fertigen Rohentwurf: Thema, Format und grobe Seitenfolge stehen bereits. Jetzt prüfst du, ob jede Folie eine klare Aufgabe erfüllt und ob das Dokument auf dem Smartphone verständlich bleibt.
Wenn du noch entscheidest, ob dein Thema überhaupt ein Dokument-Post werden soll, starte mit dem Ratgeber LinkedIn-Carousel erstellen: Format wählen, Inhalt planen und veröffentlichen.
Prüfung 1: Die Seitenfolge ohne Design lesen
Schreibe für jede Folie einen Satz auf, der ihre Aufgabe beschreibt.
Beispiel:
- Das Cover verspricht einen Freigabe-Check.
- Die Ausgangslage zeigt das Problem.
- Die erste Frage klärt die Fachprüfung.
- Die zweite Frage klärt die Schlussfreigabe.
- Das Beispiel verbindet beide Rollen.
- Der Abschluss gibt den nächsten Schritt.
Lies nur diese Sätze. Ist die Argumentation bereits unklar, wird das Design sie nicht reparieren.
Prüfe:
- Fehlt zwischen zwei Seiten ein Gedankenschritt?
- Wiederholen zwei Seiten dieselbe Aufgabe?
- Kommt ein Beispiel, bevor Leser die nötigen Begriffe kennen?
- Verspricht das Cover etwas, das später nicht beantwortet wird?
- Endet das Dokument mit einer Konsequenz oder nur mit seinem letzten Stichpunkt?
Prüfung 2: Jede Folie auf einen Kernsatz reduzieren
Formuliere die wichtigste Aussage jeder Seite als einen Satz. Dieser Kernsatz muss nicht wörtlich auf der Folie stehen, aber alle Elemente sollten ihn unterstützen.
Vorher:
Freigaben sind wichtig. Es braucht klare Rollen. Viele Teams haben mehrere Beteiligte. Termine werden oft nicht eingehalten. Kommunikation ist entscheidend.
Nachher:
Ohne benannte Schlussfreigabe bleibt jeder Veröffentlichungstermin vorläufig.
Die zweite Fassung gibt der Folie eine Aufgabe. Weitere Details können als kurze Erklärung oder Beispiel folgen.
Streiche:
- Einleitungen, die nur das Thema wiederholen,
- mehrere gleichwertige Botschaften auf derselben Seite,
- Fachbegriffe ohne Erklärung,
- Text, der nur für den Übergang zum nächsten Punkt existiert,
- dekorative Zahlen ohne Quelle oder Einordnung.
Prüfung 3: Übergänge kontrollieren
Eine neue Folie braucht einen inhaltlichen Grund. Leser sollten verstehen, wie sie aus der vorherigen Aussage folgt.
Nutze unterschiedliche Übergänge:
- Frage und Antwort: «Wer prüft fachlich?» gefolgt von der Rollenklärung.
- Problem und Folge: Unklare Verantwortung gefolgt von verzögerter Veröffentlichung.
- Regel und Beispiel: Eine Empfehlung gefolgt von ihrer Anwendung.
- Vergleich: Variante A gefolgt von Variante B unter denselben Kriterien.
- Zwischenfazit und Konsequenz: Erkenntnis gefolgt vom nächsten Schritt.
Vermeide künstliche Cliffhanger wie «Nummer 4 wird dich überraschen», wenn keine echte Überraschung folgt. Ein präziser Übergang hält die Argumentation zusammen, ohne Leser zu manipulieren.
Prüfung 4: Visuelle Hierarchie testen
Betrachte jede Folie zunächst für wenige Sekunden. Erkennst du sofort:
- worum es geht,
- wo du zu lesen beginnst,
- welches Element Beleg oder Beispiel ist?
Wenn alles gleich gross, gleich fett oder gleich farbig ist, fehlt Hierarchie. Definiere feste Rollen für:
- Seitentitel,
- Kernaussage,
- Erläuterung,
- Beispiel oder Quelle,
- Seitennummer und Absender.
Nicht jede Rolle muss auf jeder Seite erscheinen. Wiederkehrende Elemente sollten jedoch konsistent aussehen.
Prüfung 5: Auf dem Smartphone lesen
Exportiere früh eine Testdatei. Öffne sie auf einem Smartphone, ohne hineinzuzoomen.
Kontrolliere:
- Ist das Cover schon in kleiner Darstellung verständlich?
- Bleibt Fliesstext bei normalem Betrachtungsabstand lesbar?
- Sind Diagrammachsen, Quellen und Bildlegenden gross genug?
- Liegen wichtige Elemente zu nah am Rand?
- Funktioniert der Kontrast bei unterschiedlicher Bildschirmhelligkeit?
- Ist die Leserichtung auch ohne Animation oder Vortrag klar?
Eine feste Schriftgrösse garantiert keine Lesbarkeit. Schriftart, Gewicht, Zeilenlänge, Kontrast und Seitengrösse wirken zusammen. Der Gerätetest entscheidet.
Prüfung 6: Inhalt zugänglicher machen
Ein visuelles Dokument kann Leser ausschliessen, wenn seine Aussage nur über kleine Schrift, Farbe oder komplexe Diagramme vermittelt wird.
Verbessere den Zugang:
- Kennzeichne Unterschiede nicht nur durch Rot und Grün.
- Schreibe die Kernaussage eines Diagramms zusätzlich aus.
- Verwende aussagekräftige Beschriftungen statt dekorativer Symbole.
- Halte die Lesereihenfolge eindeutig.
- Nenne zentrale Erkenntnisse auch im Begleittext.
- Prüfe, ob Screenshots persönliche oder vertrauliche Daten enthalten.
Zugänglichkeit ist Teil der Redaktion, nicht nur eine Designkorrektur am Ende.
Prüfung 7: Cover und Abschluss gemeinsam lesen
Lege erste und letzte Folie nebeneinander.
Das Cover stellt eine Erwartung her. Der Abschluss muss zeigen, was daraus folgt. Ein pauschales «Folge mir» löst das inhaltliche Versprechen nicht ein.
Mögliche Abschlüsse:
- eine kurze Entscheidungshilfe,
- eine Checkliste für die Anwendung,
- die wichtigste Einschränkung,
- eine konkrete Frage zur Situation der Leser,
- ein passender nächster Lernschritt.
Ein CTA ist optional. Wenn keine weitere Handlung sinnvoll ist, darf das Dokument mit einer klaren Schlussfolgerung enden.
Redaktionsbeispiel: Eine überladene Folie kürzen
Rohfassung:
Dein Redaktionsplan sollte realistisch sein und alle Kanäle, Zielgruppen, Formate, verantwortlichen Personen, Deadlines, Freigaben, Keywords und Ziele enthalten, damit dein Team jederzeit weiss, was wann wo veröffentlicht wird.
Problem:
- mehrere Aufgaben in einem Satz,
- keine erkennbare Priorität,
- zu viele Kategorien für eine Folie,
- die Aussage hilft nicht bei einer Entscheidung.
Überarbeitete Folie:
Plane zuerst Verantwortung und Freigabe.
Formate und Termine helfen erst, wenn klar ist, wer den Beitrag fertig macht und wer ihn freigibt.
Eine folgende Folie kann danach Termin oder Kanal behandeln. So entsteht eine fachliche Reihenfolge statt einer verkleinerten Checkliste.
Schlusskontrolle der Datei
Prüfe vor der Freigabe die exportierte Version, nicht nur die Arbeitsdatei.
- Sind alle Seiten vorhanden und richtig sortiert?
- Stimmen Titel, Seitennummern und Querverweise?
- Wurden Schriften und Bilder korrekt exportiert?
- Gibt es leere oder doppelte Seiten?
- Sind Quellen lesbar und vollständig genug, um sie zuzuordnen?
- Enthält die Datei Kommentare, Hilfslinien oder interne Versionsangaben?
- Entspricht der Dokumenttitel der sichtbaren Aussage?
- Passt der Begleittext zur endgültigen Fassung?
Freigabe in zwei Rollen
Wenn möglich, trenne Fachprüfung und Schlussredaktion.
Fachprüfung: Stimmen Aussagen, Beispiele, Quellen und Einschränkungen?
Schlussredaktion: Sind Reihenfolge, Sprache, Hierarchie, mobile Lesbarkeit und Export korrekt?
In kleinen Teams kann dieselbe Person beide Rollen übernehmen. Führe die Prüfungen trotzdem getrennt durch, damit gestalterische Routine keine fachlichen Fehler verdeckt.
Kompakte Checkliste
- Jede Folie hat eine benennbare Aufgabe.
- Das Cover verspricht nur, was das Dokument einlöst.
- Die Seitenfolge besitzt keine Lücke oder Wiederholung.
- Jede Seite hat einen klaren Kernsatz.
- Übergänge folgen einer fachlichen Logik.
- Text, Diagramme und Quellen sind mobil lesbar.
- Farbe ist nicht der einzige Bedeutungsträger.
- Der Abschluss löst die Erwartung des Covers ein.
- Die exportierte Datei wurde auf Mobilgerät und Desktop geprüft.
Für Themenwahl, Formatentscheidung, Upload und Auswertung nutzt du den vollständigen Ratgeber LinkedIn-Carousel erstellen.