LinkedIn meistern
Alles, was du über LinkedIn wissen musst. Vom Algorithmus über Post-Aufbau bis zur Konversion. Ein umfassender Guide für B2B-Unternehmer.
LinkedIn- und KI-Regeln vor der Veröffentlichung prüfen
Plattformregeln und gesetzliche Transparenzpflichten verändern sich. Diese Lektion gibt deshalb keine dauerhafte Aussage wie «KI-Posts müssen immer gekennzeichnet werden» oder «LinkedIn bestraft KI-Content». Sie zeigt, wie du den aktuellen Stand für einen konkreten Beitrag prüfst und dokumentierst.
Stand dieser Einordnung: 13. August 2026. Bei einer späteren Veröffentlichung prüfst du die verlinkten Primärquellen erneut.
1. Beschreibe die tatsächliche KI-Nutzung
Notiere zuerst, was am Beitrag durch KI entstanden oder verändert wurde:
- Gliederung oder Formulierungsvarianten,
- vollständige Textpassagen,
- Übersetzung oder Zusammenfassung,
- Bild, Audio oder Video,
- Bearbeitung einer realen Aufnahme,
- synthetische Darstellung einer realen Person,
- automatisierte Veröffentlichung oder Interaktion.
Ohne diese Beschreibung lässt sich weder eine Plattformregel noch eine gesetzliche Pflicht sinnvoll prüfen.
2. Prüfe die aktuellen LinkedIn-Quellen
Die derzeitige LinkedIn-Nutzungsvereinbarung erklärt für generative Funktionen:
- erzeugte Inhalte können ungenau, unvollständig, irreführend oder ungeeignet sein,
- Inhalte sollen vor dem Teilen geprüft und bearbeitet werden,
- Mitglieder bleiben für die Einhaltung der Community-Richtlinien verantwortlich,
- auch als KI-generiert bezeichnete Inhalte sollen vor der Nutzung sorgfältig geprüft werden.
Die aktuellen Professional Community Policies verlangen wahre und authentische Angaben. Falsche oder irreführende Inhalte sind unzulässig. Synthetische oder manipulierte Medien, die eine Person etwas sagen oder tun lassen, was sie nicht gesagt oder getan hat, dürfen nicht ohne klare Offenlegung des künstlichen oder veränderten Charakters geteilt werden.
Diese Quellen belegen Verantwortung und bestimmte Offenlegungspflichten. Sie belegen keine allgemeine Reichweitenstrafe für KI-unterstützten Text und keine dauerhafte Rangliste bevorzugter Formate.
3. Prüfe den gesetzlichen Anwendungsbereich getrennt
Die Leitlinien der EU-Kommission zu Artikel 50 des AI Act erläutern die Transparenzpflichten für Anbieter und Betreiber bestimmter KI-Systeme. Die Regeln gelten seit dem 2. August 2026.
Für Betreiber nennen die Leitlinien Offenlegungspflichten unter anderem bei Deepfakes sowie bei KI-generierten Texten zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse, wenn diese ohne menschliche Prüfung oder redaktionelle Kontrolle veröffentlicht werden. Für Anbieter gelten daneben technische Kennzeichnungspflichten für bestimmte KI-generierte oder manipulierte Inhalte.
Daraus folgt nicht, dass jeder KI-unterstützte LinkedIn-Post eines Schweizer Unternehmens automatisch öffentlich gekennzeichnet werden muss. Prüfe für den konkreten Fall:
- Welche Rolle hat dein Unternehmen nach der jeweiligen Regel: Anbieter, Betreiber oder redaktionell verantwortliche Person beziehungsweise Organisation?
- Fällt der Fall nach Artikel 2 des AI Act in den räumlichen Anwendungsbereich, etwa weil ein System in der EU auf den Markt gebracht oder in Betrieb genommen wird, der Betreiber dort niedergelassen ist oder der Output eines ausserhalb der EU ansässigen Anbieters oder Betreibers in der EU verwendet wird?
- Handelt es sich um Text, Bild, Audio, Video oder eine Kombination?
- Wird eine reale Person synthetisch dargestellt oder wesentlich manipuliert?
- Wird ein Text mit dem Zweck veröffentlicht, die Öffentlichkeit über eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse zu informieren?
- Hat der Inhalt eine menschliche Prüfung oder redaktionelle Kontrolle durchlaufen, und trägt eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung?
- Greift eine Ausnahme oder eine speziellere Branchenpflicht?
- Bestehen zusätzlich Datenschutz-, Urheber-, Werbe- oder Berufsregeln?
Diese Liste ist Orientierung, keine Rechtsberatung. Bei unklarem Anwendungsbereich oder hohem Risiko holst du eine qualifizierte Prüfung ein.
4. Triff eine dokumentierte Offenlegungsentscheidung
Verwende diese Matrix:
| Befund | Mindesthandlung |
|---|---|
| LinkedIn oder anwendbares Recht verlangt Offenlegung | klar, sichtbar und passend zum Medium offenlegen |
| reale Person wird synthetisch oder täuschend verändert dargestellt | nicht ohne klare Offenlegung veröffentlichen; Rechte und Einwilligung zusätzlich prüfen |
| keine Pflicht gefunden, Offenlegung ist für das Verständnis dennoch wesentlich | freiwillige, konkrete Offenlegung erwägen |
| KI half nur bei interner Struktur oder Sprachprüfung und verändert die Aussage nicht | internen Einsatz dokumentieren; keine pauschale öffentliche Pflicht behaupten |
| Quelle oder Geltungsbereich bleibt unklar | Veröffentlichung stoppen oder fachliche Prüfung einholen |
Eine hilfreiche Offenlegung beschreibt konkret, was verändert wurde. «Mit KI erstellt» kann zu ungenau sein, wenn beispielsweise eine reale Aufnahme stark bearbeitet oder eine Stimme synthetisch erzeugt wurde.
5. Prüfe unabhängig von der Kennzeichnung die Aussage
Eine Kennzeichnung macht falsche, rechtswidrige oder unbelegte Inhalte nicht zulässig. Prüfe weiterhin:
- Fakten und Primärquellen,
- Einwilligungen und Persönlichkeitsrechte,
- Urheber- und Nutzungsrechte,
- vertrauliche und personenbezogene Daten,
- Werbe- und Interessenkonflikte,
- fachliche Grenzen und mögliche Fehlinterpretationen,
- Verantwortung für Kommentare, Korrekturen und spätere Aktualisierungen.
Entscheidungsprotokoll
Halte für sensible oder zeitkritische Beiträge fest:
| Feld | Dokumentation |
|---|---|
| Beitrag und Version | eindeutige Bezeichnung |
| KI-Nutzung | Werkzeug und konkrete Bearbeitung |
| LinkedIn-Quellen | URL und Prüfdatum |
| weitere Regeln | Rechtsgebiet, Quelle und angenommener Anwendungsbereich |
| Offenlegungsentscheid | Wortlaut, Platzierung oder begründeter Verzicht |
| Prüfende Person | Name oder Rolle |
| nächster Prüfzeitpunkt | bei fortlaufender Nutzung oder Wiederveröffentlichung |
Redaktionsregel
Prüfe nicht, ob LinkedIn «KI mag». Prüfe, ob der konkrete Inhalt wahr, zulässig, transparent und verantwortbar ist. Plattformregeln werden aus aktuellen LinkedIn-Quellen abgeleitet. Gesetzliche Pflichten werden nach Anwendungsbereich beurteilt. Vorhersagen über künftige Kennzeichnungen oder algorithmische Nachteile gehören nicht in die Freigabe.
Für den vorgelagerten Produktionsablauf nutze Einen LinkedIn-Post mit KI-Unterstützung bearbeiten.