Guide

LinkedIn meistern

Alles, was du über LinkedIn wissen musst. Vom Algorithmus über Post-Aufbau bis zur Konversion. Ein umfassender Guide für B2B-Unternehmer.

Struktur & Formatierung

Die meisten Menschen lesen LinkedIn auf dem Handy. Nicht in Absätzen, sondern Zeile für Zeile. Das bestimmt alles: Länge, Rhythmus, Weissraum. Ein gut strukturierter Post wird gelesen. Ein schlecht formatierter wird überscrollt, egal wie gut der Inhalt ist.

Weissraum ist dein wichtigstes Werkzeug

Auf einem kleinen Bildschirm wirkt ein Textblock erdrückend. Jeder Absatz braucht Luft. Maximal 2 bis 3 Zeilen pro Absatz, dann eine Leerzeile.

Das sieht im Editor übertrieben aus. Aber auf dem Handy entsteht genau der Rhythmus, der zum Weiterlesen einlädt. Kurzer Block, Pause, kurzer Block, Pause.

Vergleich:

Schlecht: Ein langer Absatz mit fünf Sätzen, der auf dem Desktop drei Zeilen und auf dem Handy acht Zeilen einnimmt. Der Leser sieht eine Wand und scrollt weiter.

Gut: Kurze Absätze. Jeder macht einen Punkt. Dazwischen Luft.

Zeilenumbrüche strategisch einsetzen

Einzelne Sätze als eigene Zeile setzen schafft Betonung. Nutze das für Kernaussagen:

Die meisten Posts scheitern nicht am Inhalt.

Sie scheitern an der Lesbarkeit.

Aber: Wenn jeder Satz eine eigene Zeile bekommt, verliert die Technik ihre Wirkung. Sparsam einsetzen, nur für die wichtigsten Punkte.

Bold und Italic

LinkedIn unterstützt kein natives Bold oder Italic. Du kannst aber Unicode-Zeichen nutzen, die fett oder kursiv aussehen. Viele Tools und auch Wortfreunde bieten diese Formatierung an.

Bold eignet sich für Kernbegriffe und Schlüsselaussagen. Es hilft beim Scannen: Wer den Post überfliegt, bleibt an den fetten Stellen hängen.

Nicht übertreiben. Wenn alles fett ist, ist nichts fett. 2 bis 3 fette Stellen pro Post reichen.

Optimale Textlänge

Die optimale Länge hängt vom Ziel ab:

Kurz (300 bis 600 Zeichen): Für Meinungen, provokante Thesen, Fragen. Schnell konsumiert, oft hohe Engagement-Rate.

Mittel (600 bis 1200 Zeichen): Der Sweet Spot für die meisten Posts. Genug Platz für einen Gedanken mit Begründung. Gut für How-tos und Stories.

Lang (1200 bis 1800 Zeichen): Für tiefe Analysen und ausführliche Stories. Erzeugt hohe Dwell Time, was der Algorithmus belohnt. Aber: Braucht einen stärkeren Hook, weil die Einstiegshürde höher ist.

Über 1800 Zeichen: Selten sinnvoll. Die Aufmerksamkeit sinkt. Wenn du so viel zu sagen hast, überlege ob ein Karussell oder ein Article besser passt.

Mobile-First denken

Über 70% der LinkedIn-Nutzung findet auf dem Handy statt. Schreibe deshalb immer für den kleinen Bildschirm:

  • Vorschau deines Posts auf dem Handy ansehen, bevor du veröffentlichst
  • Prüfen, wo "Mehr anzeigen" abschneidet
  • Prüfen, ob Zeilenumbrüche auf dem Handy noch sinnvoll sind (manchmal verschiebt sich die Darstellung)

Aufzählungen und Listen

Listen sind ein starkes Formatierungsmittel. Sie brechen den Textfluss auf und signalisieren: Hier kommt Substanz in verdaulichen Häppchen.

Nutze sie für:

  • Aufzählungen von Tipps oder Fehlern
  • Schritt-für-Schritt-Anleitungen
  • Vergleiche (vorher/nachher)

Aber: Ein Post, der nur aus einer Liste besteht, wirkt oberflächlich. Kombiniere Listen mit erklärenden Absätzen.

Der Mittelteil als Brücke

Der Hook holt den Leser rein. Der CTA gibt ihm eine Handlung. Der Mittelteil ist die Brücke dazwischen. Er muss den Wert liefern, den der Hook versprochen hat.

Ein guter Mittelteil:

  • Löst das Versprechen des Hooks ein
  • Liefert konkrete Substanz (nicht nur Behauptungen)
  • Behält den Rhythmus bei (keine langen Blöcke)
  • Führt logisch zum CTA