Was kostet ein Werbetext oder eine Landingpage in der Schweiz?

Eine belastbare Kostenschätzung beginnt mit dem Lieferumfang. Trenne Text, Strategie, Recherche, UX, Design, Entwicklung und Betrieb, normalisiere aktuelle Offerten und berücksichtige deine interne Arbeitszeit.

Jan-Hendrik HeuingAktualisiert

Die kurze Antwort

Für einen Werbetext oder eine Landingpage gibt es keinen belastbaren allgemeinen Schweizer Preis. Der Begriff beschreibt kein einheitliches Lieferobjekt. Eine Offerte kann nur das Formulieren eines Textes enthalten. Eine andere umfasst Positionierung, Kundeninterviews, Seitenstruktur, Wireframe, Design, Entwicklung und Messung.

Die Beträge sind erst vergleichbar, wenn du fehlende Leistungen ergänzt und dieselben Verantwortlichkeiten gegenüberstellst. Ohne eine dokumentierte Stichprobe aktueller, gleich definierter Schweizer Angebote wären allgemeine CHF-Bänder Scheingenauigkeit.

Für eine konkrete Entscheidung gehst du deshalb in dieser Reihenfolge vor:

  1. Definiere, was am Ende vorliegen und funktionieren muss.
  2. Teile das Projekt in einzelne Leistungen und Verantwortlichkeiten.
  3. Hole dafür aktuelle schriftliche Offerten ein.
  4. Normalisiere Umfang, MWST, Rechte, Korrekturen und Folgekosten.
  5. Ergänze interne Arbeitszeit und Eigenleistungen.
  6. Vergleiche den gesamten wirtschaftlichen Aufwand.

Den Überblick über Marktpreise, Budgets und Wirtschaftlichkeit findest du unter Content-Marketing-Kosten. Die Anleitung zu Schweizer Content-Marketing-Preisen erklärt, wie du eine eigene Marktstichprobe dokumentierst.

Werbetext und Landingpage sind nicht dasselbe

Ein Werbetext ist Text für eine bestimmte Kommunikationsaufgabe, etwa eine Anzeige, Produktseite, E-Mail oder Landingpage. Eine Landingpage ist dagegen eine vollständige Seite mit Struktur, Gestaltung, Technik und einer definierten Zielhandlung.

Du kannst deshalb einen reinen Textauftrag oder ein Landingpage-Projekt vergeben.

Bei einem reinen Textauftrag lieferst du Positionierung, Zielgruppe, Aussagen, Belege und Seitenstruktur. Der Anbieter formuliert innerhalb dieser Vorgaben. Design, technische Umsetzung, Tracking und rechtliche Freigabe bleiben bei dir oder anderen Beteiligten.

Bei einem Landingpage-Projekt kann der Anbieter zusätzliche Aufgaben übernehmen. Welche davon enthalten sind, muss die Offerte ausdrücklich nennen. «Konzeption und Text» reicht als Beschreibung nicht.

Diese Leistungen musst du getrennt ausweisen

Positionierung und Botschaft

Hier wird geklärt, für wen das Angebot gedacht ist, welches Problem es löst, wie es eingeordnet wird und welche Kernaussagen die Seite tragen. Mögliche Lieferobjekte sind ein Positionierungssatz, eine Botschaftshierarchie, Einwandthemen und Vorgaben für Belege.

Ist diese Grundlage bereits beschlossen, braucht sie nicht nochmals entwickelt zu werden. Ist sie offen, gehört die Klärung nicht stillschweigend zur Schreibarbeit.

Kundenrecherche

Kundenrecherche kann bestehende Rückmeldungen auswerten oder neue Gespräche, Umfragen und Supportdaten einbeziehen. Definiere Datenquellen, Auswahl, Einwilligungen, Dokumentation und erwartete Auswertung.

Ein Interview mit der Geschäftsleitung ist keine Kundenrecherche. Es liefert die interne Sicht auf das Angebot.

Informationsarchitektur

Die Informationsarchitektur bestimmt, welche Inhalte auf die Seite gehören, in welcher Reihenfolge sie erscheinen und wie sie mit anderen Seiten verbunden sind. Dazu können Seitengliederung, Navigationspfade, interne Links und Abgrenzungen zu bestehenden Inhalten gehören.

Sie beantwortet die Frage: Welche Information braucht eine Person an welcher Stelle?

UX und Wireframe

UX-Arbeit übersetzt die Informationsarchitektur in eine nutzbare Seite. Ein Wireframe zeigt Abschnitte, Prioritäten, Formulare, Handlungsoptionen und Zustände, zunächst ohne fertige visuelle Gestaltung.

Kläre, ob nur eine schematische Desktop-Ansicht oder auch mobile Ansichten, Formularzustände, Fehlermeldungen und Übergaben an Design und Entwicklung enthalten sind.

SEO-Recherche

SEO-Recherche kann Suchintention, relevante Suchbegriffe, bestehende Suchergebnisse, interne Konkurrenz, Seitentitel, Meta-Beschreibung und interne Verlinkung umfassen. Sie ist nicht automatisch in «SEO-Text» enthalten.

Definiere, ob nur Vorgaben geliefert oder auch technische Punkte geprüft werden. SEO kann die Auffindbarkeit unterstützen, garantiert aber weder Indexierung noch eine bestimmte Position.

Schreiben

Beim Schreiben brauchst du ein genaues Lieferobjekt: vollständiger Seitentext, einzelne Textmodule, Varianten für Überschriften, Formulartexte, Fehlermeldungen, Meta-Angaben oder Anzeigenversionen.

Lege Sprache, Anrede, Terminologie, ungefähre Seitentiefe und Dateiformat fest. Eine Wortzahl kann bei der Planung helfen, beschreibt aber weder Recherche noch Verantwortung.

Fachliche und rechtliche Prüfung

Der Anbieter kann Aussagen und Quellen redaktionell prüfen. Die fachliche Schlussfreigabe sollte trotzdem einer benannten Person mit der erforderlichen Sachkenntnis gehören.

Kläre bei Preisen, Garantien, Vergleichen, Gesundheitsangaben, Finanzthemen oder personenbezogenen Daten, ob eine gesonderte rechtliche Prüfung notwendig ist. Textfreigabe durch einen Texter ist nicht automatisch Rechtsberatung.

Design

Design umfasst mehr als Farben und Schriften. Zu klären sind visuelles Konzept, Komponenten, Bildauswahl, Illustrationen, responsive Ansichten, Barrierearmut, Formularzustände und Übergabedateien.

Prüfe auch, ob Bild-, Schrift- und Vorlagenlizenzen enthalten oder separat zu beschaffen sind.

Entwicklung

Entwicklung bedeutet die technische Umsetzung im CMS oder in einer anderen Umgebung. Dazu können Komponenten, Formulare, Schnittstellen, responsive Darstellung, Ladeverhalten, Weiterleitungen und Qualitätssicherung gehören.

Eine Designübergabe ist noch keine veröffentlichte Landingpage. Hosting, Domain, CMS-Lizenzen und technische Wartung sind ebenfalls eigene Positionen.

Tracking und Tests

Definiere Zielhandlungen und die dafür notwendigen Ereignisse, beispielsweise Formularbeginn, erfolgreicher Versand oder Klick auf eine Kontaktmöglichkeit. Kläre Einwilligungsmanagement, Analysewerkzeug, Testumgebung, Dokumentation und Zuständigkeit für die Auswertung.

Ein A/B-Test benötigt Varianten, technische Zuweisung, eine vorab definierte Messgrösse und eine Entscheidungsregel. Die Offerte sollte Durchführung und Auswertung beschreiben, nicht ein bestimmtes Ergebnis versprechen.

Korrekturen

Halte fest, wie viele vereinbarte Überarbeitungen enthalten sind, wer Feedback bündelt und was als Korrektur gilt. Eine Anpassung innerhalb des Briefings ist etwas anderes als eine neue Zielgruppe, ein geändertes Angebot oder ein zusätzlicher Seitenzweck.

Definiere auch den Umgang mit verspätetem Feedback und Änderungen nach der Freigabe.

Nutzungsrechte

Vereinbare, wo, wie lange und in welchen Sprachen du Text, Gestaltung, Bilder und Vorlagen nutzen darfst. Kläre Bearbeitungsrechte, Übergabe offener Dateien, Verwendung durch verbundene Unternehmen und Rechte an Material Dritter.

Die Rechnung allein zeigt nicht, welche Rechte übertragen werden.

Aktualisierungen

Produkte, Teamangaben, Quellen, rechtliche Hinweise und Suchinformationen können sich ändern. Bestimme, ob eine Prüfung nach der Veröffentlichung enthalten ist und wie spätere Aktualisierungen beauftragt werden.

Briefing-Checkliste vor der Offertanfrage

Beantworte möglichst viele dieser Punkte schriftlich:

  • Welches Angebot behandelt die Seite?
  • Wer soll die Seite in welcher Situation nutzen?
  • Was weiss diese Person bereits?
  • Welche Zielhandlung ist vorgesehen?
  • Welche Positionierung und Botschaften sind beschlossen?
  • Welche Aussagen müssen belegt oder fachlich freigegeben werden?
  • Welche Kundeninformationen, Quellen und bestehenden Texte liegen vor?
  • Gibt es bereits eine Seitenstruktur oder einen Wireframe?
  • Welche Suchintention soll bearbeitet werden?
  • Welche Sprache, Anrede und Terminologie gelten?
  • Welche Systeme, Formulare und Schnittstellen werden benötigt?
  • Wer verantwortet Design, Entwicklung und Veröffentlichung?
  • Welche Tracking-Ereignisse sollen eingerichtet werden?
  • Welche internen Personen geben fachlich, rechtlich und abschliessend frei?
  • Welche Korrekturen, Rechte und Aktualisierungen werden benötigt?
  • Was ist ausdrücklich nicht Teil des Auftrags?
  • Bis wann werden Entwurf, Feedback, Freigabe und Veröffentlichung benötigt?

Wenn du noch nicht weisst, was du intern übernehmen willst, hilft der Vergleich Content selber machen oder auslagern.

Offerten auf denselben Umfang normalisieren

Übertrage jede Offerte in eine gemeinsame Tabelle. Verwende nicht nur «enthalten» oder «nicht enthalten», sondern notiere Lieferobjekt, Grenze und verantwortliche Person.

Leistungsposition Benötigtes Ergebnis Offerte A Offerte B Fehlende Ergänzung
Positionierung/Botschaft Dokumentierte Kernaussagen
Kundenrecherche Quellen und Auswertung
Informationsarchitektur Abgestimmte Seitenstruktur
UX/Wireframe Definierte Ansichten und Zustände
SEO-Recherche Suchintention und Metadaten
Schreiben Benannte Textmodule
Fachprüfung Prüfer und Freigabeweg
Rechtliche Prüfung Umfang und Zuständigkeit
Design Ansichten und Quelldateien
Entwicklung Funktionsfähige Umsetzung
Tracking/Tests Ereignisse und Prüfprotokoll
Korrekturen Umfang und Grenzen
Nutzungsrechte Kanäle, Dauer und Bearbeitung
Aktualisierungen Zeitraum und Umfang
Projektmanagement Termine und Ansprechperson
MWST Ein- oder ausgeschlossen

Fordere fehlende Angaben schriftlich nach. Addiere anschliessend zu jeder Offerte die externen oder internen Leistungen, die du für dasselbe Endergebnis zusätzlich brauchst.

Gesamten wirtschaftlichen Aufwand berechnen

Trenne zunächst direkte Ausgaben von internen Kosten:

Direkte Ausgaben = normalisierte externe Offerten + Lizenzen und Material + externe Prüfungen + Betrieb und Aktualisierungen

Interne Kosten = Summe aus interner Arbeitszeit je Rolle × selbst hergeleitetem Vollkosten- oder Opportunitätswert + interne Koordination

Gesamter wirtschaftlicher Aufwand = direkte Ausgaben + interne Kosten + anteilige einmalige Einführungs- und Übergabekosten

Dokumentiere für jede Annahme Quelle, Zeitraum und MWST-Behandlung. Eigenleistung ist keine externe Ausgabe, aber sie beansprucht Kapazität. Die ausführliche Vorlage findest du unter Content-Marketing-Budget für KMU berechnen.

Vollständig hypothetisches Beispiel ohne Marktwerte

Ein Unternehmen vergleicht zwei erfundene Offerten. Offerte A enthält nur Text auf Basis einer gelieferten Struktur. Offerte B enthält Botschaftsentwicklung, Wireframe und Text, aber weder rechtliche Prüfung noch Entwicklung.

Das gewünschte Endergebnis ist eine veröffentlichte, geprüfte und messbare Seite. Für Offerte A ergänzt das Unternehmen deshalb die eigenen Aufwände für Botschaft, Struktur und Feedback sowie externe Kosten für Design, Entwicklung und Tracking. Für Offerte B ergänzt es nur die noch fehlenden Prüfungs-, Entwicklungs- und Messleistungen. Bei beiden kommen interne Fachfreigabe, Koordination und spätere Aktualisierung hinzu.

Erst diese normalisierten Gesamtkosten sind vergleichbar. Das Beispiel enthält bewusst keine Beträge und bildet keine Schweizer Marktwerte ab.

Abnahmekriterien vor Projektbeginn festlegen

Abnahmekriterien beschreiben prüfbare Ergebnisse, keine erhoffte Geschäftswirkung. Je nach Auftrag können sie lauten:

  • Alle vereinbarten Textmodule liegen im definierten Format vor.
  • Positionierung und Botschaftshierarchie sind dokumentiert und freigegeben.
  • Pflichtaussagen erscheinen an den festgelegten Stellen.
  • Tatsachenbehauptungen verweisen auf benannte Quellen oder interne Freigaben.
  • Überschriften, Metadaten und interne Links entsprechen dem SEO-Briefing.
  • Wireframes zeigen die vereinbarten Ansichten, Formulare und Zustände.
  • Design und Umsetzung funktionieren in den definierten Browsern und Ansichtsgrössen.
  • Formulare übermitteln die vorgesehenen Daten und zeigen Erfolg sowie Fehler verständlich an.
  • Vereinbarte Tracking-Ereignisse werden in der Testumgebung ausgelöst.
  • Nutzungsrechte und Quelldateien sind dokumentiert.
  • Korrekturen innerhalb des Briefings wurden eingearbeitet.
  • Die für Veröffentlichung und spätere Pflege verantwortlichen Personen sind benannt.

Besucherzahlen, Suchpositionen oder Abschlüsse eignen sich nicht als Abnahmekriterium für eine einzelne Textlieferung, wenn der Anbieter die weiteren Einflussfaktoren nicht kontrolliert.

Warnsignale in einer Offerte

  • «Landingpage» wird nicht in einzelne Leistungen zerlegt.
  • Lieferobjekte und Ausschlüsse fehlen.
  • Positionierung wird vorausgesetzt, obwohl sie noch offen ist.
  • Recherche wird genannt, aber Datenquellen und Ergebnis bleiben unklar.
  • Fachliche oder rechtliche Verantwortung wird stillschweigend verschoben.
  • Ergebnisse, Suchpositionen oder Abschlüsse werden garantiert.
  • Korrekturen und Änderungen haben keine Abgrenzung.
  • Design ist enthalten, Nutzungsrechte und Quelldateien aber nicht.
  • Entwicklung endet ohne Funktions- und Formularprüfung.
  • Tracking wird eingerichtet, ohne Einwilligungen und Datenfluss zu klären.
  • Vertrauliche Informationen dürfen ungeprüft in externe KI-Systeme gelangen.
  • Nach der Veröffentlichung gibt es keine geregelte Übergabe.

Weitere Auswahlfragen findest du im Leitfaden Texter beauftragen.

Welche Rolle KI übernehmen kann

KI-Werkzeuge können je nach Prozess bei der Strukturierung von Briefingmaterial, beim Zusammenfassen freigegebener Quellen, bei Formulierungsvarianten oder bei formalen Prüfungen eingesetzt werden. Ob das Zeit spart oder zusätzliche Kontrolle erzeugt, hängt von Aufgabe, Eingaben, Werkzeug und Freigabeprozess ab.

Kläre vor der Beauftragung:

  • ob und wofür der Anbieter KI verwendet,
  • welche Daten an welches System übermittelt werden,
  • ob vertrauliche oder personenbezogene Inhalte verarbeitet werden,
  • wie Quellen, Aussagen und Rechte geprüft werden,
  • wer Entwürfe redigiert und fachlich freigibt,
  • ob du eine Dokumentation oder Einschränkung der Nutzung benötigst.

Beurteile das Ergebnis anhand derselben Abnahmekriterien, unabhängig davon, welche Werkzeuge verwendet wurden.

Nächster Schritt

Erstelle aus der Checkliste ein einheitliches Anfrageformular und sende es an passend ausgewählte Anbieter. Übertrage jede Antwort in die Vergleichstabelle, fordere Lücken nach und ergänze interne Zeit sowie Folgekosten.

Du erhältst damit keinen allgemeinen Schweizer Richtpreis, sondern eine aktuelle Kostengrundlage für dein konkretes Projekt. Genau diese ist für eine Entscheidung belastbarer als eine nicht dokumentierte Preisspanne.