Content-Marketing-Budget berechnen: Vorlage für KMU

Berechne den gesamten wirtschaftlichen Aufwand aus internem Zeitwert, externen Offerten, Tools, Medien, Koordination und einmaliger Einführung. Mit Formel und anpassbaren Beispielannahmen.

Jan-Hendrik HeuingAktualisiert

Was diese Budgetvorlage berechnet

Ein Content-Budget besteht nicht nur aus Rechnungen. Interne Fachzeit, Freigaben, Werkzeuge und Koordination sind ebenfalls wirtschaftlicher Aufwand.

Diese Vorlage berechnet:

interne Stunden × interner Vollkosten- oder Opportunitätskostensatz + externe Offerten + Werkzeuge und Lizenzen + Medien und Distribution + Koordination + anteilige Einführungskosten = gesamter wirtschaftlicher Aufwand pro Zeitraum

Wenn du aktuelle Schweizer Offerten vergleichen willst, beginne beim Leitfaden Content-Marketing-Preise Schweiz. Hier verwendest du deine eigenen Werte.

Schritt 1: Gewünschte Leistungen beschreiben

Liste nicht nur Formate, sondern die vollständige Aufgabe:

  • Themen- und Strategieverantwortung,
  • Rohmaterialgewinnung,
  • Recherche und Quellenprüfung,
  • Schreiben und Redaktion,
  • Fach-, Rechte- und Schlussfreigabe,
  • Bilder, Video oder Dokumente,
  • CMS und Veröffentlichung,
  • Betreuung und Korrekturen,
  • Auswertung und Aktualisierung.

Erfasse je Position Menge und Zeitraum. Verwende keine allgemeine optimale Frequenz; plane anhand deiner Strategie und Kapazität.

Schritt 2: Interne Rollen und Stunden erfassen

Rolle Tätigkeit Stunden Kostensatz Kosten
Fachperson Gespräch und Fachprüfung eigene Eingabe eigene Eingabe Stunden × Satz
Redaktion Planung und Überarbeitung eigene Eingabe eigene Eingabe Stunden × Satz
Freigabe Schlussprüfung eigene Eingabe eigene Eingabe Stunden × Satz
Betrieb Veröffentlichung und Betreuung eigene Eingabe eigene Eingabe Stunden × Satz

Nutze den internen Vollkostensatz, wenn du Personalaufwand rechnest. Für die Zeit einer selbstständigen Person kann ein realistischer Opportunitätskostensatz sinnvoll sein. Dokumentiere, wie du ihn herleitest, statt einen allgemeinen Schweizer Unternehmerstundensatz zu übernehmen.

Schritt 3: Externe Angebote normalisieren

Übernimm pro Angebot:

  • Lieferobjekte,
  • enthaltene Stunden oder Kapazität,
  • Recherche und Fachgespräche,
  • Korrekturrunden,
  • Medien und Veröffentlichung,
  • Projektmanagement,
  • Reporting,
  • einmalige Einführung,
  • MWST und Zahlungsperiode.

Addiere nur vergleichbare Leistungen. Eine Pauschale darf verwendet werden, wenn Umfang und Grenzen geklärt sind.

Schritt 4: Werkzeuge und Infrastruktur ergänzen

Erfasse die tatsächlich benötigten Tarife:

Kategorie Beispiel Abrechnung Betrag
Planung Redaktions- oder Projekttool monatlich/jährlich eigene Eingabe
Erstellung Text-, Bild- oder Videotool monatlich/jährlich eigene Eingabe
Newsletter Versand und Kontakte nutzungsabhängig eigene Eingabe
Analyse Web- oder Plattformanalyse monatlich eigene Eingabe
Medien Stock, Fotografie, Hosting variabel eigene Eingabe

Prüfe offizielle Preisseiten mit Datum, Währung und MWST. Jahrespreise werden auf den Vergleichszeitraum umgelegt.

Schritt 5: Koordination und Einführung sichtbar machen

Typische Positionen:

  • Zugänge und Datenübergabe,
  • Stimmprofil und Vorlagen,
  • Prozessdefinition,
  • Kick-off und Schulung,
  • Meetings und Rückfragen,
  • Dateiverwaltung,
  • Rechte- und Datenschutzklärung,
  • Wechsel oder Wiederanlauf.

Einmalige Kosten kannst du über einen selbst gewählten Nutzungszeitraum verteilen:

einmalige Einführungskosten ÷ geplante Nutzungsmonate = monatlicher Anteil

Der Zeitraum ist eine Annahme und wird im Budget dokumentiert.

Schritt 6: Gesamtbudget berechnen

Direkte Ausgaben

externe Rechnungen + Tools + Medien + bezahlte Distribution

Interne Kosten

interne Stunden × interner Kostensatz

Gesamter wirtschaftlicher Aufwand

direkte Ausgaben + interne Kosten + anteilige Einführung

Halte direkte Liquiditätsbelastung und wirtschaftliche Gesamtkosten getrennt. So wird Eigenleistung nicht als kostenlos behandelt, ohne sie mit einer Rechnung zu verwechseln.

Rechenbeispiel mit Beispielannahmen

Die folgenden Zahlen sind frei gewählte Annahmen, keine Marktpreise.

Ein Team plant in einem Monat:

  • interne Fach- und Freigabezeit: 8 Stunden × CHF 120 = CHF 960,
  • externe Redaktion gemäss konkreter Offerte = CHF 2'400,
  • Werkzeuge = CHF 180,
  • Medien = CHF 250,
  • interne Koordination: 4 Stunden × CHF 90 = CHF 360,
  • Einführung: CHF 1'200 verteilt auf 12 Monate = CHF 100.

Rechnung:

  • direkte Ausgaben: CHF 2'400 + CHF 180 + CHF 250 = CHF 2'830,
  • interne Kosten: CHF 960 + CHF 360 = CHF 1'320,
  • anteilige Einführung: CHF 100,
  • gesamter wirtschaftlicher Aufwand: CHF 4'250.

Ersetze jede Zahl durch deine Daten. Verändere danach jeweils nur eine Annahme, um ihren Einfluss zu sehen.

Szenarien vergleichen

Mehr Eigenleistung

Senkt direkte Ausgaben, erhöht interne Stunden und kann Fachnähe stärken. Prüfe, welche abrechenbare oder strategische Arbeit dafür entfällt.

Mehr externe Produktion

Erhöht Rechnungen, kann interne Schreibzeit reduzieren, braucht aber weiterhin Rohmaterial, Fachprüfung und Freigabe.

Weniger Formate oder Kanäle

Reduziert Medien-, Anpassungs- und Betreuungsaufwand. Priorisiere nach Leseraufgabe, nicht nur nach Produktionspreis.

Bestehende Inhalte aktualisieren

Kann günstiger sein als neue Produktion, wenn Frage, Quellen und Struktur weiterhin tragfähig sind. Prüfe Aktualität und Suchintention.

Budget und Ertrag verbinden

Für eine wirtschaftliche Betrachtung kannst du rechnen:

zurechenbarer Deckungsbeitrag - gesamter wirtschaftlicher Content-Aufwand

oder als Verhältnis:

(zurechenbarer Deckungsbeitrag - Aufwand) ÷ Aufwand

Nutze Deckungsbeitrag statt Umsatz, definiere den Auswertungszeitraum und dokumentiere die Attribution. Content wirkt häufig über mehrere Kontaktpunkte. Eine Anfrage beweist nicht automatisch, dass ein einzelner Beitrag allein die Ursache war.

Sensitivitätsanalyse

Prüfe mindestens:

  • Was passiert, wenn interne Freigabe doppelt so lange dauert?
  • Was kostet eine zusätzliche Sprache?
  • Wie verändert ein weiterer Kanal Medien und Betreuung?
  • Wie wirkt eine geringere Veröffentlichungsmenge?
  • Welche Kosten bleiben auch in einer Pause bestehen?
  • Was kostet eine notwendige Aktualisierung?

Das zeigt, welche Annahmen dein Budget tatsächlich treiben.

Häufige Rechenfehler

  • Eigenzeit wird mit null angesetzt.
  • Direkte Ausgaben und interne Kosten werden doppelt gezählt.
  • Jahreslizenzen werden nicht auf den Zeitraum umgelegt.
  • Einführung und Koordination fehlen.
  • Angebote mit unterschiedlichem Umfang werden verglichen.
  • Umsatz wird als Deckungsbeitrag behandelt.
  • Eine Wirkung wird einem einzigen Kanal vollständig zugerechnet.
  • Beispielannahmen werden als Marktwerte übernommen.

Vorlage

Zeitraum:

Interne Rollen:
- Rolle / Tätigkeit / Stunden / Kostensatz / Kosten

Externe Leistungen:
- Anbieter / Lieferobjekt / Umfang / Betrag / MWST

Werkzeuge und Medien:
- Position / Tarif / Zeitraum / Betrag

Koordination:
- Tätigkeit / Stunden / Kostensatz / Kosten

Einführung:
- Einmaliger Betrag / Verteilungszeitraum / Anteil

Direkte Ausgaben:
Interne Kosten:
Anteilige Einführung:
Gesamter wirtschaftlicher Aufwand:

Offene Annahmen:
Datenquelle und Stand:

Nächster Schritt

Wenn der berechnete Bedarf über deinem verfügbaren Betrag liegt, entscheide nicht mit pauschalen Budgetstufen. Die Anleitung Content-Marketing-Budget sinnvoll verteilen hilft, Kernaufgaben, Eigenleistung und Abstriche zu priorisieren.