Redaktionsplan erstellen: Die einfachste Methode für vielbeschäftigte Unternehmer

Du weisst, dass du regelmässig posten solltest. Aber zwischen Kundengesprächen, Teamleitung und Tagesgeschäft bleibt Content immer auf der Strecke. Das Problem ist nicht mangelnde Motivation. Das Problem ist ein fehlendes System. Hier ist die einfachste Methode, deinen ersten Redaktionsplan zu erstellen.

Warum die meisten Redaktionspläne scheitern

Du hast wahrscheinlich schon mal einen Redaktionsplan erstellt. Vielleicht in einer Excel-Tabelle. Vielleicht in einem Projektmanagement-Tool. Und wahrscheinlich hast du ihn nach zwei Wochen wieder aufgegeben.

Das liegt nicht an dir. Das liegt am Ansatz.

Die meisten Anleitungen zum Thema Redaktionsplan erstellen machen denselben Fehler: Sie sind für Marketing-Teams mit fünf Leuten und einem halben Tag pro Woche für Content-Planung. Nicht für Unternehmer, die zwischen zwei Meetings schnell einen LinkedIn-Post schreiben wollen.

Du brauchst keinen perfekten Plan. Du brauchst einen Plan, der so einfach ist, dass du ihn tatsächlich nutzt. Falls du noch ganz am Anfang stehst, lies zuerst den Beitrag Content Marketing für KMU: So startest du ohne Agentur.

Warum Spreadsheets nicht funktionieren

Excel und Google Sheets sind grossartig für Zahlen. Für Redaktionspläne sind sie eine Sackgasse.

Kein visueller Überblick. Du siehst Zeilen und Spalten, aber kein Gesamtbild. Welche Themen hast du diese Woche abgedeckt? Wo sind Lücken? Das erkennst du in einer Tabelle nicht auf einen Blick.

Keine Erinnerungen. Eine Tabelle erinnert dich nicht daran, dass morgen ein Post fällig ist. Du musst selbst daran denken, reinzuschauen. Und genau das passiert nicht, wenn der Tag voll ist.

Kein Workflow. Vom Entwurf zur Freigabe zum fertigen Post: In einer Tabelle gibt es keinen Status, keine Übergabe, keinen Prozess. Alles lebt in deinem Kopf.

Kein Zusammenhang. Deine Ideen stehen in der Tabelle, deine Texte in einem Dokument, deine Bilder in einem Ordner. Drei verschiedene Orte für einen einzigen Post. Das kostet Zeit und Nerven.

Das Ergebnis: Du öffnest die Tabelle seltener, trägst weniger ein und irgendwann ist sie vergessen.

Die 4-Schritte-Methode für deinen ersten Redaktionsplan

Vergiss komplizierte Frameworks. Diese Methode dauert 60 Minuten und gibt dir einen funktionierenden Plan für die nächsten vier Wochen.

Schritt 1: Definiere 3 bis 4 Themenfelder (15 Minuten)

Themenfelder sind die Bereiche, über die du regelmässig schreibst. Sie geben deinem Content einen roten Faden und machen dich wiedererkennbar.

Stell dir drei Fragen:

  1. Worüber reden deine Kunden in Erstgesprächen? Ihre Fragen und Sorgen sind deine besten Themen.
  2. Wo hast du echte Erfahrung? Nicht angelesenes Wissen, sondern gelebte Praxis.
  3. Was unterstützt deine Geschäftsziele? Wenn du mehr Kunden in einem bestimmten Bereich willst, schreib darüber.

Ein Beispiel für einen IT-Dienstleister:

  • Digitale Transformation im Mittelstand
  • IT-Sicherheit für KMUs
  • Teamproduktivität mit den richtigen Tools
  • Lessons Learned aus Kundenprojekten

Drei bis vier Felder reichen. Mehr wird unübersichtlich. Weniger wird monoton.

Schritt 2: Lege eine realistische Frequenz fest (10 Minuten)

Hier machen die meisten den grössten Fehler: Sie planen zu viel.

Zwei Posts pro Woche sind ein guter Start. Das sind acht Posts pro Monat. Genug für Sichtbarkeit, wenig genug zum Durchhalten.

Verteile die Posts auf deine Themenfelder. Zum Beispiel:

  • Woche 1: Digitale Transformation + IT-Sicherheit
  • Woche 2: Teamproduktivität + Lessons Learned
  • Woche 3: Digitale Transformation + Teamproduktivität
  • Woche 4: IT-Sicherheit + Lessons Learned

So deckst du alle Themenfelder ab, ohne dich zu wiederholen. Und du weisst vor dem Schreiben, welches Thema dran ist.

Schritt 3: Blockiere feste Schreibzeiten (5 Minuten)

Content passiert nicht nebenbei. Wenn du keine feste Zeit dafür reservierst, wird es nicht passieren.

Blockiere 90 Minuten pro Woche. Das reicht für zwei Posts. Wähle einen Zeitpunkt, an dem du normalerweise nicht in Meetings sitzt. Für viele Unternehmer funktioniert der frühe Morgen oder der Freitagnachmittag.

Diese 90 Minuten sind nicht verhandelbar. Kein "Ich mach das später". Kein "Heute ist zu viel los". Du würdest auch keinen Kundentermin einfach ausfallen lassen.

Schritt 4: Sammle Ideen auf Vorrat (30 Minuten)

Nimm dir deine Themenfelder und schreib pro Feld 5 bis 8 Ideen auf. Keine ausformulierten Texte. Nur Arbeitstitel und einen Satz zum Kerngedanken.

Gute Quellen für Ideen:

  • Kundengespräche. Welche Fragen kommen immer wieder?
  • Eigene Erfahrungen. Was hast du kürzlich gelernt oder anders gemacht?
  • Branchennews. Was bewegt deine Zielgruppe gerade?
  • Fehler und Learnings. Ehrliche Posts über Misserfolge performen oft am besten.

Nach 30 Minuten hast du 20 bis 30 Ideen. Das reicht für drei bis vier Monate. Du musst nie wieder vor einem leeren Blatt sitzen.

So sieht ein funktionierender Redaktionsplan aus

Ein guter Redaktionsplan zeigt dir auf einen Blick:

  • Was diese Woche dran ist (Thema und Kernaussage)
  • Wann es veröffentlicht wird (Datum und Kanal)
  • Wo es im Prozess steht (Idee, Entwurf, fertig)

Mehr brauchst du nicht. Keine Content-Kalender mit 15 Spalten. Keine Farbcodierungen für verschiedene Content-Typen. Kein Gantt-Chart.

Einfachheit ist der Schlüssel. Je simpler dein System, desto wahrscheinlicher nutzt du es.

Wenn du das Ganze nicht manuell pflegen willst, schau dir das Wortfreunde Studio an. Dort hast du Redaktionsplan, Texte und Medien an einem Ort. Ohne Spreadsheet-Chaos.

Die ersten zwei Wochen entscheiden

Dein Redaktionsplan ist nur so gut wie deine Gewohnheit, ihn zu nutzen. Die ersten 14 Tage sind entscheidend.

Tipp 1: Starte mit einem Post pro Woche. Wenn zwei Posts zu viel Druck machen, reduziere. Ein konsistenter Post pro Woche schlägt drei Posts in Woche eins und dann zwei Wochen Stille.

Tipp 2: Bereite die erste Woche komplett vor. Schreib deine ersten zwei Posts direkt beim Erstellen des Plans. So startest du mit Vorsprung und musst in der ersten Woche nur noch veröffentlichen.

Tipp 3: Bewerte nach vier Wochen. Nicht nach einer Woche. Nicht nach zwei. Gib dir einen Monat, um die Routine zu etablieren. Dann schau zurück: Was lief gut? Was war schwierig? Passe an.

Vom Plan zum System

Ein Redaktionsplan ist der Anfang. Ein Content-System ist das Ziel.

Der Unterschied: Ein Plan sagt dir, was du wann postest. Ein System macht den gesamten Prozess wiederholbar. Von der Ideenfindung über das Schreiben bis zur Veröffentlichung.

Wenn du tiefer einsteigen willst, lies den Beitrag über strukturierte Content-Planung vs. spontane Posts. Dort erfährst du, wie du aus deinem einfachen Plan eine Quartalsplanung entwickelst.

Und wenn du deinen Redaktionsplan nicht allein aufsetzen willst, unterstützen wir dich dabei.

Fazit: Starte einfach, optimiere später

Du brauchst keinen perfekten Redaktionsplan. Du brauchst einen, der funktioniert.

Die vier Schritte zusammengefasst:

  1. Definiere 3 bis 4 Themenfelder basierend auf Kundenfragen und deiner Expertise.
  2. Lege eine realistische Frequenz fest. Zwei Posts pro Woche sind ein guter Start.
  3. Blockiere 90 Minuten pro Woche als feste Schreibzeit.
  4. Sammle 20 bis 30 Ideen auf Vorrat, damit du nie vor einem leeren Blatt sitzt.

60 Minuten Aufwand heute sparen dir Stunden an Entscheidungsmüdigkeit in den kommenden Wochen. Und das Beste: Du musst dafür kein Marketing-Experte sein. Du musst nur anfangen.

Dieses Thema vertiefen wir im LinkedIn-Guide: Redaktionsplan für LinkedIn im Guide